Faszination Eigenmarken – Und nun zu etwas völlig anderem

Ein Einmachglas mit Feinschmecker Gurkerl Essiggurken aus Österreich

Verregnet und kühl ist es, mir hängen die Eigenmarken (vor allem) von Billa (Rewe-Konzern) im Kopf. Das Thema fasziniert mich, wenn ich darüber schreibe, bekomme ich es vielleicht ein wenig aus dem Kopf. Kenne ich doch niemanden von „denen“ die mir darüber was erzählen und meinen Wissensdurst stillen könnten.

Gedanken über die Eigenmarken der Lebensmittelketten, die Kritik an Amazon bis hin zum Tierschutz.

Es fällt mir verstärkt auf, die (für meine Wahrnehmung) rasante Zunahme von Eigenmarken gerade bei Billa und ja, naja, Billa Plus, Merkur halt. Aber eigentlich auch egal, bekommen wir doch eh schon überall das gleiche. Auf den Kanaren wie in Wien, vom Spar dann halt.

Spar und Rewe kann man wohl nicht direkt vergleichen, vielleicht habe ich deshalb wenig Eigenmarken vom Spar im Hinterkopf. Anders als bei Billa & Co. Da wird die Marke Billa wohl gerade „gepusht“ Ja!natürlich – ich hatte es Merkur zugeordnet, die grün angehauchte Verpackung der Merkur Butter aus Heumilch – gibt es die überhaupt noch?

Alnatura – ich fand (finde) das gut, es verschwindet aus den Regalen, ersetzt durch das Billa Logo, der Eigenmarke.

Das Foto – die „Gurkerl“ – natürlich von Billa – Ja, natürlich 😉
Warum habe ich mich für diese Produkt entschieden? Das Preis-Leistungs-Verhältnis für etwas was mir nach den kleinen, knackigen Cornichons aussah. Nun gut, da hinkt der Vergleich zu dem was ich als Cornichons bezeichne, aber als solches wird es ja auch nicht verkauft. Hergestellt von der Firma Machland, ein Unternehmen mit 40 jähriger Erfahrung in der Verarbeitung von Obst- und Gemüse. Klar kann Billa es über seine eigenen Vertriebswege günstiger anbieten, eine klare Entscheidung zum Kauf. Auch wirbt die Firma Machland selbst mit „Private Label“ und Lohnproduktion.

Nestle, Unilever, Mars, … Klar, die Eigenmarken können mir auch etwas „sympathisches“ vermitteln, wenn diese ein Gegenpol zu solch gigantischen Strukturen werden. Doch „kleinen“ Produzenten gegenüber eine marktbeherrschende Stellung womöglich „auszunutzen“, naja, das sehe ich kritisch. Wo wird das hinführen? Ein unfairer Kampf.
Tiefkühlerbsen der Marke Billa fallen mir gerade ein, als etwas (für mich persönlich) Positives. Aus Österreich. Preislich zwischen Iglo und einer Billigmarke. Die Billigmarke mit Herkunft der Erbsen absolut nicht nachvollziehbar. Ein No-Go. Für mich zumindest. Ein perfektes Produkt zu einem guten Preis. Zumindest wenn man viel Gemüse essen möchte.

Einmal dabei sein, bei einer Besprechung zum „Masterplan“, das wäre schon was. Mit den klugen Köpfen die eine Zukunft planen. Wie viele mögen es sein, von den hunderttausenden Mitarbeitern, die darüber nachdenken?

Aber nun zu Amazon, nein, am besten gleich Jeff Bezos direkt, „den kennt man ja“ – die, ja DIE sind böse! Warum? Weil in so kurzer Zeit etwas derart Gewaltiges entstanden ist? Weil Amazon Verkaufsdaten analysiert und Produkte kopiert um als Eigenmarke zu verkaufen? Ähm, tja, wo ist nun der Unterschied zu „unseren“ Handelsketten? Und können Konzerne, deren Strukturen in Kriegs- und Nachkriegsjahren entstanden sind, da überhaupt mithalten? Oder wird Amazon dafür auch schneller wieder weg sein, wie Bezos selbst oft genug sich vorstellen kann.
Verknüpfe ich Billa so oft mit dem Namen Karl Wlaschek wie ich es bei Amazon und Bezos tue? Und sehe ich überhaupt noch einen Wlaschek, der etwas aufgebaut und den Grundstein zu etwas Großem gelegt hat? Nun ja, ich tue es ja offensichtlich noch, aber wie viele sonst? Am Ende ist es ein großer Konzern geworden, also in Hinblick auf Rewe jetzt vor allem, eine eigenständige Lebensform sozusagen.

Können wir ohne Amazon (Über-)Leben? Sicher! Ohne die „Lebensmittel-“ Ketten eher nicht. Gerade eine Pandemie- und Lockdown-Zeit hat uns das gezeigt. Systemrelevant halt.
Wobei gerade, aber nicht nur, in den Großstädten etwas „Neues“ (wieder) erblüht. Die vielen, kleinen Läden von vorrangig Zuwanderfamilien. „Unsere alten Kreisler“ wiederbelebt von Familien mit Strukturen, die so vielleicht nur noch bei den Zuwanderfamilie zu finden sind. Ich vermute es einmal.

Zurück zur Eigenmarke – was wenn die ursprünglichen Lieferanten still und heimlich, nach und nach an Präsenz verlieren? Aus den Regalen verschwinden? Wird die Eigenmarke uns Konsumenten dann noch mit dem günstigeren Preis verwöhnen können, oder fragen wie eher: wollen?

Wen kann die etablierte Marke dann noch beliefern? Die Tankstellen? Ah, die Tankstellen, die wurden ja strategisch schon rechtzeitig in Beschlag genommen. Merkur, Billa, Spar „direkt“. Klar, für mich als Konsumenten perfekt. Ich persönlich kann mich hier nicht beklagen.

Die Diskonter, die habe ich noch gar nicht betrachtet. Die machen es anders mit ihren Eigenmarken.
Choceur im Süßwarensegment zum Beispiel. Eine traumhafte Schokolade zu einem sehr günstigen Preis. Diese „Marken“ schwirren sozusagen im Raum, nicht direkt als Eigenmarke einer Lebensmittelkette zuzuordnen aber auch als eigenständige Brand nicht sonderlich etabliert. Das ist bei Storck, natürlich wieder nur in meiner individuellen Wahrnehmung, schon etwas Anderes. Choceur, als Billig-Schokolade bester Qualität von Storck.
Storck, aus Berlin halt 😊 genauso wie die 13 Jahre zuvor gegründete Manner aus Wien.
Zumindest im Verglich zu Milka z.B. sehe ich persönlich das so. Aber gut, bei 50% Rabatt auf Milka, was noch immer preislich um einiges höher ist als der Standardpreis von Choceur, lohnt sich der extra Weg zum Diskonter nicht mehr und ich wollte halt gerade Schokolade. „Schlecht“ wird sie schon nicht sein… Bei Normalpreisen darf es dann lieber Schokolade von Zotter sein, das ist klar.

Geschickt sind sie, die Diskonter, das muss man ihnen lassen. Als Konsument musst du höllisch aufpassen. Komm rein und kauf günstig, hol dir ein Schnäppchen. Und manchmal, ja, da bekommst du richtig gute Qualität. Eine Qualität die du sonst wo zum 5-fachen Preis nicht erhältst. Da hat gerade Hofer (Aldi) für mich persönlich die Nase vorne und die wohl den richtigen Riecher immer wieder…

Aufpassen musst Du trotzdem, nicht in die subjektive „günstig Falle“ zu tappen. Das Bio-Leinöl, was habe ich gegrübelt. Mein Kopf hatte recht behalten, nebenan beim dm zu einem Drittel vom Preis, ebenfalls Bio. Ja, sie sind alle gut in ihren Strategien, verdammt gut sogar. Von ihnen zu lernen, gar nicht so einfach.

Der Rewe Konzern mit seinen Supermarkt-Filialen, unterscheidet sich etwas, wie ich finde, von Spar & Co und den Diskontern. So viele TV-Geräte, Waschmaschinen und Ähnliches sehe ich dort nicht.

Das bringt mich jetzt zum Abschluss, dem Tierschutz. Da mag der naiv positive Denker, der Idealist in mir hochkommen. Weil es eine Chance wäre, eine Chance Verantwortung zu übernehmen, die Chance, etwas zu verändern. Da denke ich an Billa und ja, ok, Merkur halt. Bleiben wir bei Billa.

Vorweg, ich traue ihnen nicht bei „Bio“, niemanden. Keinem Diskonter, keinem Rewe, keinem Spar. Zu viele negative Berichte. Ich nehme es ihnen aber auch nicht übel, die Kunden müssen sie einfach in ihre Geschäfte bringen. Wir sind alle daran beteiligt. Konsumenten, Handel, Politik. Das ist nicht einfach.

Die Packung Hühnerfilets, beim Merkur, damals, in Wien noch.
Packung 1 zum Preis von X, die billigste Variante. Daneben Packung 2, der doppelte Preis. Daneben Bio-Filets, wieder doppelter Preis bzw. Der 4-fache zum billigsten Produkt. Freie Marktwirtschaft, als Konsument kannst du dich nur geschlagen geben. Und ich kann Herkunftsbetrieb-Kennzeichnungen unterscheiden und in Einheiten rechnen, danke. Fleisch als Eigenmarke, potenziell und in der Theorie gäbe es da positive Chancen.

Hier muss sich was ändern. Wenn dir jemand eine riesige Schachtel Chips zum Preis X verkauft, die zur Hälfte, wenn überhaupt, nur gefüllt ist, dann halte ich das für gelungenes Marketing. Soll so sein. Bei tierischen Produkten fehlt mir jedes Verständnis für (mögliche) „Verarsche“ Das Vertrauen in Bio dürfen wir nicht verlieren und ihr liebe Ketten, ihr habt die Macht das zu kontrollieren und abzustrafen.

Ah, ja, die AMA (AgrarMarkt Austria) fällt mir da ein. Da kann ich mich an eine Dokumentation erinnern. Muss gut 15 Jahre her sein wieder. Ein Bericht über Hühnerhaltung. Definitiv nicht tierschutzgerecht. Wie kann eine AMA Mitarbeiterin von sich geben „der Konsument will billigen Preis“ – quasi deshalb existieren solche „Zustände“. Das mag sein, nur verfehlt es nicht die Aufgabe einer solchen Organisation? Dies zu beurteilen, liegt doch nicht in deren Aufgabenbereich würde ich meinen.

Nun, genug für diesen trüben Tag. Meine Faszination über die Thematik „Eigenmarken“ etwas gestillt und mein Gehirn wieder etwas befreit.

Länder und Politik treffen auch oft gute Entscheidungen (z.B. Großbritannien als Vorreiter bei Tierrechten: Alle Tiere mit Rückenmark erhalten Rechte), also können das wohl auch Handelsketten. Tabakkonzerne, große Ölfördernationen, etc. – rechtzeitiges Umdenken ist wohl effektiver als die vorhandenen Ressourcen zu vergeuden, um an etwas „Auslaufendem“ festzuhalten. Einfach ist es bestimmt nicht, doch es tut sich etwas. Es braucht wohl einen „Push“, um zügiger voranzukommen. Der wird nur gemeinsam gelingen, denn die Angst, der Mitbewerb könnte einen Vorteil daraus ziehen und einem selbst somit wirtschaftlicher Schaden entstehen, wird allgegenwärtig sein. Doch vielleicht sind wir das schnell wieder beim Kartellrecht, für manche Handelsware braucht es wohl eigene Lösungen, zum Schutz von Mensch und Tier.

 

Liebe Rechtschreib- und Grammatikprüfung: Ich denke nicht, dass meine Ausbildung derart schlecht war und deine Vorschläge immer korrekt sind. Dann stell es bitte auch nicht so dar, sondern merke meinetwegen an, dass etwas „womöglich“ nicht korrekt sein könnte. Danke.

 

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